Gedankensplitter, Teil 01

Lüge

Wenn wir ganz aufmerksam die Medienwelt beobachten, werden wir immer mehr zu der Überzeugung kommen müssen, das unverhältnismäßige Verkürzungen in der Beschreibung einer Thematik immer mehr in Mode und damit in den Alltag der Bevölkerung einfließen. Manche Verkürzungen sind sogar schon so kurz, das die Inhalte des Geschriebenen und Gesagten bereits von der Halbwahrheit durch Auslassungen bis zur Lüge reichen. Ganz besondere Motive dieser Thematik finden wir in der Politik, den Medien, in der Wirtschaft, in den Gesundheitssystemen und sogar bereits im Sport, wo so selbstverständlich gesehene Grundsätze wie „Kein Doping“ auch schon nicht mehr gelten. Wenn ein Schwimmer in den Dopingweltmeisterschaften mehr Geld verdienen kann als im klassischen Sport: Warum sollte er dann auf die Hilfe der Chemie verzichten? Was den Menschen vor allen anderen Lebewesen auszeichnet ist doch wohl seine Fähigkeit zu kommunizieren. Das damit auch die Möglichkeit erworben wird, zu lügen und mit Schauspielerei zu betrügen, kann man ohne großen Aufwand Tag für Tag ohne Mühe beobachten. Wenn aber kommunizieren auch eine Missbrauchsmöglichkeit mit sich bringt, warum wird dann diese Form des Gesellschaftsspiels immer weiter verfeinert? Mittlerweile sind wir doch schon so weit, das alle Verfahren, die Richtigkeit einer Aussage zu verifizieren, bereits durch Technik wie z.B. KI konterkariert werden kann. Wollen wir immer weiter in den Lügenstrom hineingeraten und damit mehr und mehr der Unsicherheit (Das ist per se schon ein doofes Wort…) anheimfallen sprich der Gewissheit entfliehen und ein Leben in Verunsicherung (Das ist ebenfalls per se ein weiteres Unwort) sprich Ungewissheit führen? Worauf begründet sich diese Mode? Gab es nicht mal ein Sprichwort: Wer einmal lügt dem glaubt man nicht, selbst wenn er dann die Wahrheit spricht? Wurde das vergessen, ignoriert, als falsch enttarnt oder wie kann ich mir das vorstellen? Wir werden jeden Tag im Dutzend belogen, betrogen und hinters Licht geführt. Allein schon die Werbung, allerorten zu sehen in Schildern und sogar auf Kleidung, belügt uns Stunde um Stunde. Weiter geht es in Berichten, in Nachrichten und anderen unterhaltsamen Medienobjekten. Und die Besten des Volkes, die für alle die Gesetze machen und diese bewachen, haben mit Wahrheit doch auch nicht mehr viel am Hut. Da reichen doch schon die Balken, die sich nur biegen sollten, nicht mehr, um das Haus in Form zu halten. Und kann man den Erzählungen der Mitmenschen noch vertrauen? Wie viel davon ist Wahrheit, und wo beginnt der Selbstbetrug? Reicht das Erreichte nicht langsam, um zu erkennen, was Lüge wirklich ist? Das zu ignorieren und zu übergehen ist keine Lösung, sondern Aufgabe in Sinne von Niederlage.

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