Gedankensplitter, Teil 01

Krieg und Technik

Wir Menschen gehen immer mehr dazu über, Technik für Bereiche einzusetzen, die bisher in dem Bereich angesiedelt war, der einzig dem Menschen als Wesen oder der Natur als Grundlage zugeordnet war. Die wohl prägnantesten dabei sind wohl die neuen Formen der Kriegsführung und die Entwicklung der KI. Wir haben in früheren Zeiten und in gewisser Weise bis heute geltend Krieg als eine Tätigkeit angesehen, in der Menschen mit Schneid- und Stichwerkzeugen aufeinander losgegangen sind. Heutige Systeme, mit Ausnahme der Gruppen, die Terror betreiben, die also nach wie vor noch immer Menschen zu töten beabsichtigen, sind Kriege in der Regel dazu übergegangen, Infrastrukturen zu zerstören und große Menschenopfer zu vermeiden. Unser Sport heute trägt der alten Weise der Kriegsführung ja noch immer Rechnung, und ich erkenne auch, das dieses Denken nach wie vor in der großen Masse vorherrscht: Kriege werden nach wie vor mit Morden und Töten verknüpft. In Wirklichkeit aber treffen und zerstören Kriege heute in der Regel nicht nur mehr Menschen und Infrastruktur, sondern werden zunehmend mit Mitteln geführt, die keine greifbaren und beobachtbaren Wirkungen entfalten. In Kriegen heute geht es vermehrt um Zugänge zu Handelswegen und Rohstoffen, geht es um Handelsvereinbarungen, geht es um finanztechnische Mittel, geht es um Diskreditierungen und Entmenschlichungen und zeigen damit Wirkungen, die nicht direkt und immer zum Tod, sondern eher zur Verarmung führen werden/sollen. Die Verarmung der Massen sind die heutigen Ziele, die Kriegsführungen und die Betreiber dieses Geschäfts beabsichtigen und mit der die bestehenden Machtfraktionen der Welt, die Kriege in Auftrag geben, sich am Ruder zu halten versuchen.

Und in der KI sehe ich eine Entwicklung, die die Anforderungen und Notwendigkeiten früherer Formen der Arbeit nachahmt und die somit die Arbeit des Menschen zu ersetzen beabsichtigen. Maschinen – auch menschenähnliche – sollen bald die einfache Arbeit des Alltags erledigen und virtuelle Maschinen übernehmen bereits erkennbar die aufwendigen Arbeiten der Wissensträger und Verwalter. Sie rufen bestehendes Wissen ab und gestalten alle möglichen Berichte wie Nachrichten, ersetzen die recherchierende Arbeit von Kommentatoren und Journalisten und erstellen im Bildungs- und Wissenschaftsbetrieb Übersichten und detaillierte Recherchen.

Nur, und das ist die Frage, die nicht gestellt wird, mit Ausnahme vielleicht in Asien: Wie müssen Gesellschaftssysteme gestaltet sein, damit ein Zusammenleben von großen Menschenmassen und die Verteilung der notwendigen Güter in friedfertiger Form gewahrt bleibt? Arbeit kann dann ja wohl dann nicht mehr wie heute die Basis des Gesellschaftslebens sein. Menschen brauchen nicht nur eine Versorgung, sondern auch einen Lebensinhalt. Vermehren, konsumieren und heutige Freizeitbeschäftigungen werden selbst in der Summe die Arbeit nicht ersetzen können. Viele heute bereits bestehende Perversionen und Gepflogenheiten (Private Autorennen auf öffentlichen Straßen, extreme Erotikformen, gesundheitsschädigende Suchtverhaltensformen, übertriebene Karriereinvestitionen, aufwendige und gefährliche Hobbys, Aktivität in zersetzenden Dogmenorganisationen und andere leere Beschäftigungen) beruhen doch wohl auf dem Fehlen von Sinninhalten der betroffenen Menschen und dem oft verzweifelten Versuch, Ersatz für den Mangel zu finden. Lebenslanges Lernen, einst eine Grundlage jeder Kultur, wird ersetzt durch die Abrufbarkeit jeglichen Wissens übers Internet. Das aber nicht alles im Internet verfügbar sein kann, weil vieles gar nicht erlernt und beschrieben, sondern nur erfahren werden kann, wird selten erkannt. Gerade die Gesellschaften der technisch hochentwickelten Länder zeigen doch heute schon entsprechende Zerfallsformen, und sie werden sich weiter ausbreiten, wenn wir weiterhin Sinninhalte reduzieren und vernichten.

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