Es gibt Zeiten, die sind grau: in sich grau, und werden erlebt als ohne Hoffnung, ohne Sinn. Alles fällt schwer in dieser Zeit, jede Regung kostet, jeder Gedanke belastet, jedes Wollen stirbt. Ich spüre dann zwar das Lebendige in mir, aber es gibt nicht etwas damit zu tun, alles scheint bereits getan zu sein, nicht liegt mehr an, und nichts ist unerfüllt. Und auch die andere Seite dieses So-Seins fehlt, es gibt kein Glück, keine Freude und kein sich wohl fühlen. Die Dinge und Gegebenheiten sind, sonst nichts.
Fragen, Freiheit und der bevorstehende Lebensabend
Mich haben seit meiner Jugend viele Fragen beschäftigt, von denen einige zu den grundlegenden Fragen der Philosophie gehören. Allerdings war meine Ausgestaltung dieser Fragen nicht auf einen theoretischen Ablauf ausgerichtet, sondern meist durchaus praktischer Natur. Trotzdem heißt „praktisch“ nicht immer auch oberflächlich, denn auch Praxis verlangt in letzter Konsequenz gedankliche Tiefe und Gründlichkeit. Über einige dieser Tiefenfragen möchte ich jetzt in diesen Zeilen für mich eine Frage beantworten, die seit einiger Zeit mein Denken beherrscht: Was mache ich mit und in meinem Ruhestand, der mit jedem vergangenen Tag immer näher heranrückt. Wo befinde ich mich dann, was wird sein und was wird mich dann noch erfüllen? Das ist die Fragestellung dieser Zeilen.
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Ich Lebe…
Wie oft habe ich schon darüber nachgedacht, was diese Worte wohl bedeuten mögen: ich lebe…, und in der Profanität dieser Aussage, die meist zunächst ein mitleidiges Lächeln hervorbringt, dass aber dann schnell gefriert, wenn die Dimensionen offenbar werden, die diesen zwei Worten innewohnen, gelangt das Denken in einen Knoten, der dem ebenbürtig ist, den einst Alexander mit dem Schwert zerschlug. Ich Lebe… weiterlesen
November
Alljährlich im November erinnert der Wald an die Vergänglichkeit des Seins. Das Leben auch Sterben heißt, dass das Ende unausweichlich ist, wird beim Anblick der Kahlheit eines Baumes deutlicher illustriert, als es dem Menschen mit seiner Kunst gelingt.
Die Tage dieses Monats sind kurz. Die Stunden des Schlafens werden nicht mehr beendet durch die wärmende Kraft der aufgehenden Sonne, und oft versteckt sich das Licht des Himmels hinter dicken Wolkenbänken. Die Tage sind grau und leblos.
Grau und leblos ist auch das Fühlen, das Gedankenspiel der Lebenden, Denkenden. Gereiztheit liegt in der Luft, und nicht selten gelangt unerträglich stark die aufgetürmte Niedergeschlagenheit zum Durchbruch.
Krisen, das lange Jahr niedergehalten, erstickt von purer Lebensfreude, erreichen ihren Höhepunkt. Die Freude beschränkt sich meist auf ein Sehnen nach Schönen, Zerstreuenden. Während die Augen sehnsuchtsvoll die grün und hell, lebendig und erfrischend wirkenden Urlaubserinnerungen aufsaugen, nippen raue Lippen an heißen Getränken. Das Gespräch handelt von Gestern und Morgen, das Heute ist verdrängt.
Der Nebeling ist wie die Lupe des Jahres. Alles vergrößert sich in seinem meist trüben Licht, Sehnsüchte und Ängste, Niedergeschlagenheit und Trauer. Nur das Glück erstarkt im Angesicht der allgegenwärtigen Verzweiflung, und Liebe, im Herbst geschmiedet, hält oft länger, als uns das Leben zu denken gestattet.
Der elfte Monat zeigt die Wechselhaftigkeit und Vielheit des Seins. Er ist der Spiegel des Jahres, erweckend und ermüdend zugleich.
HS 1975
Kamalini – sperzelhp
Kamalini ist ein Lotusteich. Hier wachsen wundervolle Blumen in einem Tümpel, der auf den ersten Blick als verkommen und schmutzig angesehen würde. Für mein Geschreibsel hoffe ich, das auch hieraus einmal schöne und hilfreiche Texte erwachsen.
Nun hier möchte ich persönliche Gedanken, Ideen und Überlegungen niederschreiben und ablegen, die mich hin und wieder intensiv beschäftigen und die, wie ich feststellen musste, im Alltagslärm irgendwann versanden, teilweise sogar vergessen werden und die ich, zumindest nicht in der Form, die ich für mich wünsche, nicht weiterverfolgt habe. Immer wieder fällt mir beim Suchen in der Ablage auf, das alte Texte und Schnipsel, auf die ich stoße, als unvollendet gekennzeichnet werden müssen. Das ist schade, denn zum Teil sind gute und brauchbare Ansätze dort zu finden, die eigentlich nur noch etwas Aktualisierung und Zeit bedürften, um zu einem Abschluss zu kommen. Zusammengefasst auf einer Website sind diese aber für mich immer erreichbar, müssen ältere Texte doch komplett wieder gelesen werden, sollte ich beginnen wollen, diese weiterzuführen. Damit dies gelingen kann, sind sie jetzt auf dieser Seite festgehalten und von überall in der Welt erreichbar. Sie dient daher mehr zum Lesen für mich als einer Darstellung in der Öffentlichkeit. Sollten Sie also hier Texte finden, die rau und bruchstückhaft sich lesen, ist es dieser Sachlage geschuldet.
Trotzdem wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen und auch über Kommentare und Anmerkungen würde ich mich freuen. Allerdings lasse ich diese nur nach Prüfung zu. Angesichts der Exzesse in Internetforen und Anwendungen werden Sie das sicher verstehen.
Eine Wolke erscheint…
Gerade zieht eine dicke Regenwolke über unseren Himmel, und ich fühle mich, als ob diese Wolke mich verschließt, mir nicht gestattet, mit der Welt um mich her im Austausch zu paktieren. Es staut sich in mir, und meine Schädeldecke scheint sich zu wölben wie ein Deckel eines Topfes, der, festgehalten von stählernen Klammern, dem Druck des brodelnden Dampfes nur langsam nachgibt. Es ist feucht und schwül, und der ständige Wechsel vom Licht der Sonne, wenn sie durch die Wolken bricht, und der Düsternis dieser Wolke, die ein Durchbrechen des Lichts verhindert, reizt die Augen, lässt sie ständig tränig feucht erscheinen. Eine Wolke erscheint… weiterlesen
Vertrauen und Weisheit
Das Ziel eines jeden Lebens ist uns nicht bekannt;
und es ist das Vertrauen in uns,
dass uns in dieser unsicheren Situation nicht verzagen läßt;
und dieses Vertrauen fließt dann aus unserer Mitte,
wenn der Geist bereit ist, still zu sein.
Es ist die Stille, die uns letztlich lebt,
und die unaufhaltsam alle möglichen Wege nutzt,
dieses uns nicht bekannte Ziel zu erreichen.
Dies zu Wissen und nach ihm zu handeln,
dies nenne ich Weisheit.
(HpS 20.08.2003, für einen Freund in Trauer…)
Baden des Wechsel der Stimmungen
Baden in Wechsel der Stimmungen ist ein Gedicht aus dem Jahre 1999.
Sie wechseln, die Zeiten des Friedens und der Unruhe, und häufig gestaltet sich deren Übergang in fließender und unmerklicher Intensität, und dann empfinde ich Verwirrung, dann ist mein So-sein nicht stimmig.
Es gibt viel nachzudenken…
Es gibt viel nachzudenken, denn die Stimmungsfarben der Erinnerung verblassen mehr und mehr und mit den Jahren kommt die Zeit der Aufgaben immer näher. Es gibt viel nachzudenken… weiterlesen
Das Leben lässt uns immer einen Ausweg
Wie oft erlebt ein jeder diese Situation: Es lief alles vollkommen glatt, und kein einziges Staubkorn konnte das Fahrwasser trüben, und plötzlich, ohne Vorwarnung und der Möglichkeit der Reaktion, bricht das ganze Gebäude unserer Sicherheit zusammen wie ein schlecht gestelltes Kartenhaus. Aus dem Nichts erscheint eine gewaltige Klippe und ein Kentern ist unausweichlich. Es passiert einfach, und wieder einmal werden wir uns gewahr darüber, dass nichts, aber auch wirklich nichts mehr zu ändern ist. Das Leben lässt uns immer einen Ausweg weiterlesen
Wir haben die Wahl, manchmal (2007)
Ich habe gewählt, und die Entscheidung zu gehen, nach Neuem zu suchen, war bestimmt nicht einfach, war bestimmt nicht leicht, und sie hat Kraft gekostet. Heute glaube ich zwar zu wissen, dass ich gar keine Wahl getroffen habe, denn es gab in Wirklichkeit keine Alternative als diese, als mich so zu entscheiden, aber damals war ich mir so sicher nicht, und der Zweifel fraß an meiner Selbstsicherheit wie der Rost an meinem Auto. Letztlich war es mein Stolz, eine an sich negativ besetzte Eigenschaft, die mich vorwärts drängte, die zu mir sagte: Du kannst hier nicht bleiben, du doch nicht…!. Ich bin heute sehr dankbar für diese Hilfe, und mein Verhältnis zu diesem Stolz hat sich deutlich gewandelt. Es ist oftmals gut, negative Eigenschaften zu besitzen, denn wo das Negative sich befindet, ist auch das Positive meist nicht weit. Und heute gehe ich denn diesen Weg ins Neue, von dem ich schon zu Beginn ahnte, ja fürchtete, dass er so einfach nicht sein würde. Meine Befürchtungen wurden weit übertroffen.
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Phasen der Stille
Es gibt Zeiten, die sind grau, in sich grau, und ich erlebe sie als ohne Hoffnung, ohne Sinn. Alles fällt mir schwer in dieser Zeit, jede Regung kostet, jeder Gedanke belastet, jedes Wollen stirbt. Ich spüre dann zwar das Lebendige in mir, aber es gibt nicht etwas damit zu tun, alles scheint bereits getan zu sein, nichts liegt mehr an, und nichts ist unerfüllt. Und auch die andere Seite dieses so-seins fehlt, es gibt kein Glück, keine Freude und kein sich wohl fühlen. Die Dinge und Gegebenheiten sind, sonst nichts.
Das geplatzte Seminar
Es ist schon seltsam! Ein geplatzter Seminartermin, und die Notwendigkeit, den beantragten und noch ausstehenden Urlaub zu nehmen, und ein sehr oft gehegter Wunsch, Zeit für sich zu haben, nicht arbeiten zu müssen und ganz aus der Pflicht zu sein, erfüllt sich für gut Dreißig Tage. Und seltsam daran ist, dass es sich ganz anders darstellt, als die naive Phantasie sich das so dachte.
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Ich kann nichts dagegen tun …
„Warum ich tue, was ich tue“, und „warum ich nicht ein anderes tue, was ich durchaus auch könnte, weiß ich nicht. Ich kann nichts dagegen tun, aber immer wieder, unregelmäßig und buchstäblich aus dem Nichts heraus taucht bei mir die Frage auf „was ich tun könne“. Ich habe keine Ahnung, warum diese Frage auftaucht, worin sich dieses Auftauchen begründet und warum sie mir gerade jetzt in den Kopf schießt, wo doch auch so ganz andere Gedanken möglich wären. Ich kann nichts dagegen tun … weiterlesen

