Wir stehen als Menschen immer wieder vor sehr wiegenden Fragen wie „Was hat das alles (noch) für einen Sinn?“ Aber es gibt auch einfache Fragestellungen wie „Warum ich sonntags in die Kirche gehen und den Herrn um Gnade anflehen soll“, wo doch schon durch reine Beobachtung zu erkennen ist, das Gebete und Bitten in der Regel vom Himmel nicht beantwortet oder gewährt werden. In nahezu allen Religionen der Welt sind Gebete und Fürbitten Gang und Gebe, und in den seltenen Fälle, wo selbige tatsächlich auch eingetreten sein sollen, könnten es auch zufällige Treffer gewesen sein, so etwas wie ein Lottogewinn, unwahrscheinlich zwar, aber nicht unmöglich und sicherlich nicht bewusst planbar.
Die Schwierigkeit, Mensch zu sein weiterlesenKategoriearchiv: Stimmungen
Was stimmt nicht mit unserer Gesellschaft?
Was stimmt nicht mit unserer Gesellschaft?
Haben Sie die Frage der Überschrift jemals ernsthaft gestellt? Ist Ihre Antwort: Ja? Schon? Aber ich habe nicht soviel Zeit, mich zu informieren oder selbst nachzuforschen. Außerdem ist dieses Thema doch zutiefst frustrierend und würde meine Arbeit-Leben-Ausgewogenheit (Work-Life-Balance) in Unordnung bringen. Oder wäre sie sogar so zu formulieren: Ich verstehe die Zusammenhänge einer Gesellschaft eigentlich nicht. Ich wurstele mich daher einfach so durch, versuche nicht unangenehm aufzufallen und begnüge mich darauf, meine Wahlzettel auszufüllen und meine Steuern zu bezahlen? Das, so würde ich urteilen, wenn ich eine Antwort geben müsste, wären zumindest ehrliche Antworten, die durchaus eine vernünftige Grundlage aufweisen. Bisher blieb mir eine solche Antwort erspart. Unvernünftig allerdings wäre es meiner Ansicht nach, die oben genannte Frage gar nicht gestellt oder deren Inhalt vielleicht sogar noch nicht einmal bemerkt zu haben.
Was stimmt nicht mit unserer Gesellschaft? weiterlesenHass, Phobien, Sittengewalt und Abneigungen allerorten
In den letzten Tagen und Wochen wurde ich des öfteren mal gefragt, was ich denn von der ganzen Sache mit der Weltlage, Trump, Putin, Israel, China, Iran, Ukraine, den damit verbundenen Kriegen und Krisenherden und den Hintergründen dazu halte. Nun kann oder könnte ich darauf durchaus ausweichende oder standardisierte Antworten geben, denn es gibt sie zuhauf, diese vorgegebenen und vorgesetzten Sichtweisen, die sich immerzu wiederholende Merksätze enthalten. Alle Medien der ganzen Welt verbreiten diese Tag für Tag ohne Sinn und Verstand. Sie sind aber perspektivisch ausgerichtet und können daher nicht dazu dienen, die Wirklichkeit zu erkennen oder auch nur etwas Konsens oder gar Frieden herzustellen.
Hass, Phobien, Sittengewalt und Abneigungen allerorten weiterlesenReflexionen über Autobiographisches
Ich will über das Wissen und Denken schreiben, das mich prägt. Dazu gehört die Rolle des Einzelgängers, der ich nie sein wollte und die mir sozusagen aufgezwungen wurde. Diese Entwicklung ist im Exkurs Mobbing, Bossing und Einzelgängertum autobiographisch am Anfang schon beschrieben. Familie, Ausbildung, Arbeitswelt und Freundeskreise sind die prägenden Motive der Seins-Ausrichtung heute. In Vergessenheit geraten zunehmend die Glaubensfragen der Religion, in die hineingeboren des Menschen Los ist als auch die gesellschaftlichen Ausrichtungen, die mit den Stichworten Gesinnung und Ideologie beschrieben und zusammenfassend als Weltsicht gelesen werden können.
Reflexionen über Autobiographisches weiterlesenUnwissen und dessen Bezug zu Freiheit
Wenn wir heute die Zeitungen und Medien aufschlagen werden wir immer mehr damit konfrontiert, das Viele meinen, das alleinige Wissen über richtig und falsch zu besitzen. Dabei ist unser Wissensstand auch heute noch derart eng gestrickt, das man sich wundern muss, warum unser Lebensgefüge noch immer einigermaßen funktioniert. Erinnern Sie sich beispielsweise noch an das Wort „alternativlos“? Keine von Menschen in Bezug zur Politik getroffene Entscheidung ist alternativlos. Politik ist kein feststehendes Subjekt mit einem absoluten Geltungsrahmen. Auch wenn ich zur Zeit keine weitere Möglichkeit sehen würde, weiß ich doch nicht, ob sich schon morgen andere Möglichkeiten auftun. Und so verhält es sich auch in vielen Teilen der Wissenschaften und des gesicherten Wissens.
Unwissen und dessen Bezug zu Freiheit weiterlesenEine EINSICHT fürs 70te Lebensjahr
An einen Wochenende des Allein-Seins, meine Partnerin war am Wochenende nicht zu Hause, bemerkte ich zum ich weiß nicht zum wievielten Mal schon, aber selten so deutlich, das das Leben, so wie ich es führte und es gewohnt war zu leben, nicht so ausgeglichen und frei war, wie ich es mir dachte. 1 Und das hatte wohl mit der Gewohnheit zu tun, feste immer wiederkehrende Tätigkeiten auszuführen.
Eine EINSICHT fürs 70te Lebensjahr weiterlesen- Für die, die mich nicht kennen: Ich vollende gerade das sechste Jahr meiner Verrentung, habe gerade mein 70. Lebensjahr angefangen und verfüge über ein ausreichendes (?) bedingungsloses Einkommen namens Rente, für das ich 50 Jahre lang eingezahlt habe. ↩
Haben wir verlernt zu sein?
Haben wir Menschen verlernt zu sein? Immer wenn ich in meinem Garten stehe und unseren fliegenden Mitbewohnern der Welt zusehe, die hier gerade ihren Nachwuchs aufziehen und alle Schnäbel voll zu tun haben, habe ich im hintersten Teil meines Kopfes mein eigenes „In der Welt sein“ im Kopf und ziehe Vergleiche. Und da ich seit meinem Ruhestand sehr viel mehr Zeit zur Verfügung habe, stehe ich des öfteren mal in meinem Garten und schaue.
Haben wir verlernt zu sein? weiterlesenSo-Sein, sonst nichts!
Es gibt Zeiten, die sind grau: in sich grau, und werden erlebt als ohne Hoffnung, ohne Sinn. Alles fällt schwer in dieser Zeit, jede Regung kostet, jeder Gedanke belastet, jedes Wollen stirbt. Ich spüre dann zwar das Lebendige in mir, aber es gibt nicht etwas damit zu tun, alles scheint bereits getan zu sein, nicht liegt mehr an, und nichts ist unerfüllt. Und auch die andere Seite dieses So-Seins fehlt, es gibt kein Glück, keine Freude und kein sich wohl fühlen. Die Dinge und Gegebenheiten sind, sonst nichts.
November
Alljährlich im November erinnert der Wald an die Vergänglichkeit des Seins. Das Leben auch Sterben heißt, dass das Ende unausweichlich ist, wird beim Anblick der Kahlheit eines Baumes deutlicher illustriert, als es dem Menschen mit seiner Kunst gelingt.
Die Tage dieses Monats sind kurz. Die Stunden des Schlafens werden nicht mehr beendet durch die wärmende Kraft der aufgehenden Sonne, und oft versteckt sich das Licht des Himmels hinter dicken Wolkenbänken. Die Tage sind grau und leblos.
Grau und leblos ist auch das Fühlen, das Gedankenspiel der Lebenden, Denkenden. Gereiztheit liegt in der Luft, und nicht selten gelangt unerträglich stark die aufgetürmte Niedergeschlagenheit zum Durchbruch.
Krisen, das lange Jahr niedergehalten, erstickt von purer Lebensfreude, erreichen ihren Höhepunkt. Die Freude beschränkt sich meist auf ein Sehnen nach Schönen, Zerstreuenden. Während die Augen sehnsuchtsvoll die grün und hell, lebendig und erfrischend wirkenden Urlaubserinnerungen aufsaugen, nippen raue Lippen an heißen Getränken. Das Gespräch handelt von Gestern und Morgen, das Heute ist verdrängt.
Der Nebeling ist wie die Lupe des Jahres. Alles vergrößert sich in seinem meist trüben Licht, Sehnsüchte und Ängste, Niedergeschlagenheit und Trauer. Nur das Glück erstarkt im Angesicht der allgegenwärtigen Verzweiflung, und Liebe, im Herbst geschmiedet, hält oft länger, als uns das Leben zu denken gestattet.
Der elfte Monat zeigt die Wechselhaftigkeit und Vielheit des Seins. Er ist der Spiegel des Jahres, erweckend und ermüdend zugleich.
HS 1975
Eine Wolke erscheint…
Gerade zieht eine dicke Regenwolke über unseren Himmel, und ich fühle mich, als ob diese Wolke mich verschließt, mir nicht gestattet, mit der Welt um mich her im Austausch zu paktieren. Es staut sich in mir, und meine Schädeldecke scheint sich zu wölben wie ein Deckel eines Topfes, der, festgehalten von stählernen Klammern, dem Druck des brodelnden Dampfes nur langsam nachgibt. Es ist feucht und schwül, und der ständige Wechsel vom Licht der Sonne, wenn sie durch die Wolken bricht, und der Düsternis dieser Wolke, die ein Durchbrechen des Lichts verhindert, reizt die Augen, lässt sie ständig tränig feucht erscheinen. Eine Wolke erscheint… weiterlesen
Baden des Wechsel der Stimmungen
Baden in Wechsel der Stimmungen ist ein Gedicht aus dem Jahre 1999.
Sie wechseln, die Zeiten des Friedens und der Unruhe, und häufig gestaltet sich deren Übergang in fließender und unmerklicher Intensität, und dann empfinde ich Verwirrung, dann ist mein So-sein nicht stimmig.
Das Leben lässt uns immer einen Ausweg
Wie oft erlebt ein jeder diese Situation: Es lief alles vollkommen glatt, und kein einziges Staubkorn konnte das Fahrwasser trüben, und plötzlich, ohne Vorwarnung und der Möglichkeit der Reaktion, bricht das ganze Gebäude unserer Sicherheit zusammen wie ein schlecht gestelltes Kartenhaus. Aus dem Nichts erscheint eine gewaltige Klippe und ein Kentern ist unausweichlich. Es passiert einfach, und wieder einmal werden wir uns gewahr darüber, dass nichts, aber auch wirklich nichts mehr zu ändern ist. Das Leben lässt uns immer einen Ausweg weiterlesen
Phasen der Stille
Es gibt Zeiten, die sind grau, in sich grau, und ich erlebe sie als ohne Hoffnung, ohne Sinn. Alles fällt mir schwer in dieser Zeit, jede Regung kostet, jeder Gedanke belastet, jedes Wollen stirbt. Ich spüre dann zwar das Lebendige in mir, aber es gibt nicht etwas damit zu tun, alles scheint bereits getan zu sein, nichts liegt mehr an, und nichts ist unerfüllt. Und auch die andere Seite dieses so-seins fehlt, es gibt kein Glück, keine Freude und kein sich wohl fühlen. Die Dinge und Gegebenheiten sind, sonst nichts.
Ich kann nichts dagegen tun …
„Warum ich tue, was ich tue“, und „warum ich nicht ein anderes tue, was ich durchaus auch könnte, weiß ich nicht. Ich kann nichts dagegen tun, aber immer wieder, unregelmäßig und buchstäblich aus dem Nichts heraus taucht bei mir die Frage auf „was ich tun könne“. Ich habe keine Ahnung, warum diese Frage auftaucht, worin sich dieses Auftauchen begründet und warum sie mir gerade jetzt in den Kopf schießt, wo doch auch so ganz andere Gedanken möglich wären. Ich kann nichts dagegen tun … weiterlesen