{"id":735,"date":"2024-04-03T13:37:50","date_gmt":"2024-04-03T13:37:50","guid":{"rendered":"https:\/\/hpsperzel.de\/?p=735"},"modified":"2024-04-03T13:37:52","modified_gmt":"2024-04-03T13:37:52","slug":"unwissen-und-dessen-bezug-zu-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hpsperzel.de\/?p=735","title":{"rendered":"Unwissen und dessen Bezug zu Freiheit"},"content":{"rendered":"\n<p>Wenn wir heute die Zeitungen und Medien aufschlagen werden wir immer mehr damit konfrontiert, das Viele meinen, das alleinige Wissen \u00fcber richtig und falsch zu besitzen. Dabei ist unser Wissensstand auch heute noch derart eng gestrickt, das man sich wundern muss, warum unser Lebensgef\u00fcge noch immer einigerma\u00dfen funktioniert. Erinnern Sie sich beispielsweise noch an das Wort \u201ealternativlos\u201c? Keine von Menschen in Bezug zur Politik getroffene Entscheidung ist alternativlos. Politik ist kein feststehendes Subjekt mit einem absoluten Geltungsrahmen. Auch wenn ich zur Zeit keine weitere M\u00f6glichkeit sehen w\u00fcrde, wei\u00df ich doch nicht, ob sich schon morgen andere M\u00f6glichkeiten auftun. Und so verh\u00e4lt es sich auch in vielen Teilen der Wissenschaften und des gesicherten Wissens. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Einige Beispiele m\u00f6gen das verdeutlichen:<\/p>\n\n\n\n<p>Das Universums, Transzendenz, Der Mensch als Krone der Sch\u00f6pfungsgeschichten, Materie, Geist und Leben, Erz\u00e4hlungen, Geschichten, Geschichte und Narrative, Das Unbewusste, Gew\u00e4hlte Methoden, Richtlinien und Verfahrensweisen, Der Tod und das Gewissen, Die Zeit und die Dauer<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Universum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was wir wirklich \u00fcber das Universum wissen k\u00f6nnen passt locker auf eine DIN-A4-Seite. Da ist zun\u00e4chst einmal die Einschr\u00e4nkung, die durch die begrenzte Wahrnehmungsm\u00f6glichkeit des Menschen und seiner Maschinen besteht. Alles was aus dem \u201euns bekannten\u201c Universum unsere Wahrnehmung erreicht ist auf der Interpretation der Licht- und Wellenph\u00e4nomene aufgebaut, die als einzig messbaren Kr\u00e4fte aus dem All unseren Planeten erreichen. Alle andere Daten und deren Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten entstammen Beobachtungen aus unserem Sonnensystem, zu dessen Erforschung wir tats\u00e4chlich schon als Mensch bis auf den Trabanten unseres Planeten und mit Hilfe von Maschinen bis auf einen Nachbarplaneten vorgesto\u00dfen sind. Das ist aufgrund der gesicherten Unendlichkeit des Universums <sup class='footnote'><a href='#fn-735-1' id='fnref-735-1' onclick='return fdfootnote_show(735)'>1<\/a><\/sup> wissen wir nichts. So viele Stellen von Null vor und nach dem Komma f\u00fcr die Prozentrechnung k\u00f6nnen wir gar nicht schreiben, um die Relation unseres Wissen zur Gesamtheit ausdr\u00fccken zu k\u00f6nnen. Die gr\u00f6\u00dfte Zahl, mit der wir rechnen k\u00f6nnen, w\u00e4re wohl ein ppq (1 aus 10<sup>15<\/sup>). Das w\u00e4re vergleichend ein Wissen \u00fcber den Gehalt von weniger als 2 Minuten angesichts der 4,5 Mrd. Jahre, die unser Planet nach wissenschaftlichen Berechnungen (?) alt sein soll. W\u00e4re es da nicht ehrlicher, zu sagen, wir wissen fast genau \u201eso gut wie nichts\u201c \u00fcber das Universum. Wir haben Vermutungen, nicht mehr. K\u00f6nnte es nicht sein, das es mehr da drau\u00dfen gibt und sich das vielleicht nicht alles in Licht und Wellen ausdr\u00fcckt. Wir suchen gerade nach der \u201edunklen Materie\u201c, also etwas, was sich uns nicht zeigt, aber irgendwie doch da sein muss, da unsere Naturgesetze und die Berechnungen dazu schon lange andere Ergebnisse zeitigen als erwartet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Transzendenz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dann schw\u00e4rmen wir in den Wissenschaften gerne \u00fcber einen Ort, einen Bereich oder eine Welt, die \u201eTranszendenz\u201c hei\u00dft. Das ist lt. Wikipedia.org ein Bereich, der jenseits m\u00f6glicher Erfahrung bzw. vorfindbarer Wirklichkeit liegt. Die Frage, die mir da sofort in den Sinn kommt ist doch die, \u201eWoher wir wissen, das es so etwas gibt?\u201c Sie liegt doch jenseits m\u00f6glicher Erfahrung und Wirklichkeit. Meist sind es religi\u00f6se \u00dcberzeugungen und deren Theorie-Bildungen (Theologie), die auf Transzendenz verweisen und sich darauf aufbauend ein Wissen dar\u00fcber zuschreiben. Eine andere Wissenschaft (?) ist die Philosophie, die sich wie die Religionen aus dem \u201eNichtwissen k\u00f6nnen\u201c \u00fcber Transzendenz ein \u201eWissen \u00fcber\u201c gemacht hat und darauf dann ihre Theorien begr\u00fcnden konnte. Wie aus dem Nichts kommen dann sogenannte Transzendentalien daher, die sich von den Prinzipien des Wahren, Sch\u00f6nen und Guten aus der Antike ableiten und die wider allen Beobachtungen des Alltags trotzend allem Seienden zugesprochen werden. Auch der Mensch ist seiend, also existent, also da, und von wahr, sch\u00f6n und gut ist da, betrachtet man die Geschichte des Menschen etwas genauer, oft wenig zu erleben. Diese Transzendentalien erm\u00f6glichen es dann, Prinzipien zu begr\u00fcnden und diese zu transzendieren. Wenn das mal nicht ein Ringschluss genannt werden muss. Also: Warum lassen wir es nicht einfach sein, \u00fcber Dinge und Gegebenheiten zu philosophieren, von denen wir wirklich nichts wissen k\u00f6nnen?<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p><strong>Die Krone der Sch\u00f6pfung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dann ist der Mensch nach unseren kulturellen Grundlagen-Aussagen die Krone der Sch\u00f6pfung und bestimmt, \u00fcber die Welt, also diesen kleinen Planeten, zu herrschen. Laut vielen unserer Sch\u00f6pfungsgeschichten haben ein Gott, G\u00f6tter und allm\u00e4chtige Tiergestalten diese Welt geformt und uns zug\u00e4nglich gemacht, damit wir dar\u00fcber herrschen. Nun besteht diese Welt aus Materie, aus der wahrscheinlich, aber nicht gesichert, das ganze Universum bestehen soll. Auch der Mensch ist Materie, allerdings wie viele andere Wesen (Lebewesen) auch von etwas \u201ebeseelt\u201c, das wir Leben\/Geist (s.u.) nennen. Wir messen laut der Wissenschaften die Qualit\u00e4t der \u201eIntelligenz\u201c nach der Gr\u00f6\u00dfe des Gewichtsverh\u00e4ltnis zwischen Gehirn und Gesamtgewicht des Einzelwesens. Allerdings gibt es da ein Problem, denn danach w\u00e4re der Delphin das \u201eh\u00f6chst-intelligente\u201c Wesen unseres Planeten und diesem st\u00fcnde es dann zu, die Krone genannt zu werden. Vergleichen wir ehrlich das Leben und Wirken der beiden Kontrahenten, w\u00e4re unser Planet mit dem Delphin als Regent durchaus besser beraten. Diese Art lebt friedlich und ohne gro\u00dfe Eingriffe in das Leben anderer Wesen in den Ozeanen und macht daher so gut wie nichts kaputt, um das mal etwas salopp auszudr\u00fccken. Anders der Mensch, der schon unz\u00e4hlige andere Arten ausgerottet und der zunehmend und ohne nachzudenken weite Teile des Planeten bewusst zerst\u00f6rt hat und damit nicht aufh\u00f6ren m\u00f6chte, wenn ich die Nachrichten, die mich t\u00e4glich erreichen, richtig interpretiere. Au\u00dferdem h\u00e4lt der Tr\u00e4ger des \u201eWahren, Sch\u00f6nen und Guten\u201c den einsamen Rekord, regelm\u00e4\u00dfig und ohne R\u00fccksicht seine Artgenossen zu morden. Das ist sonst im Tierreich nur ganz selten anzutreffen. Ist der Mensch vielleicht wie ein Virus, der den Planeten, der ihn n\u00e4hrt, befallen hat und ihn sinnlos zerst\u00f6rt? Ich wei\u00df es nicht!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Materie, <\/strong><strong>Leben und Geist<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir unterscheiden die <strong>Materie<\/strong>, die wir mit unseren begrenzten Mitteln wahrnehmen, in zwei gro\u00dfe Kategorien. Da ist auf der einen Seite die tote Materie, die einfach so da ist, und ihr gegen\u00fcber steht lebende Materie, also Pflanzen und Tiere. Lebende Materie wird dann so genannt, wenn sie \u00fcber einen Stoffwechsel verf\u00fcgt und sich fortpflanzt. Besser w\u00e4re es doch wohl zu sagen, das sich diese Form mit Aktionen und Eingriffen in die Umwelt f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit zu erhalten sucht. Dazu wird der Prozess des Sterbens dadurch konterkariert, das immer wieder Nachkommen gezeugt und in die Welt gesetzt werden. Aber was ist Leben genau? Wo kommt es her? Welchen Sinn hat es? Nun wurden diese Fragen noch nie ausreichend beantwortet und werden wahrscheinlich auch nie gekl\u00e4rt werden k\u00f6nnen. Das liegt wohl daran, das ein Wesen selbst nicht in die Zeit zur\u00fcck schauen kann, die vor der Existenz seiner Art liegt und daher die Gr\u00fcnde zu seinem Entstehen im Verborgenen bleiben m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommen wir jetzt noch kurz zu dem, was wir <strong>Geist<\/strong> nennen. Menschen haben die F\u00e4higkeit, sich zu erinnern, was gestern oder fr\u00fcher geschehen ist und sind in der Lage, daraus Schlussfolgerungen zu ziehen. Das war und ist f\u00fcr das \u00dcberleben wichtig, da nicht gew\u00fcnschte Ereignisse vermieden und erw\u00fcnschte Ereignisse gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen. Allerdings hat diese F\u00e4higkeit auch einige Haken, wie wir alle mittlerweile wissen sollten. Nach der Religion des Buddhismus entstehen aus dieser F\u00e4higkeit sowohl Gier, Hass und Verblendung als auch Weisheit, Wahrheit und Mitgef\u00fchl. Und ehrlich betrachtet sind die drei Erstgenannten deutlich st\u00e4rker vertreten als die anderen drei. Auch nahezu alle anderen Religionen und Weltsichten erkl\u00e4ren das auf \u00e4hnliche Weise, manche universell, andere V\u00f6lker auf Familien bezogen und manche sogar nur auf das Ich bezogen. Und die Wissenschaften, die ja auch eine Weltsicht erzeugen, verhalten sich ebenso und unterscheiden sich von den Religionen nur in ihrer Ausdrucksweise und ihren Manipulationsmethoden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach 2000 Jahren Philosophie und Wissenschaft sollten wir Menschen das oben Beschriebene so langsam begriffen haben und aufh\u00f6ren, unsinnige Theorien diesbez\u00fcglich aufzustellen. Wir wissen weder, was <strong>Leben<\/strong> ist noch was es mit unserem Geist auf sich hat. Daran wird auch die Quantentheorie und alles andere nichts \u00e4ndern k\u00f6nnen. Was also ist Leben und Geist? Ganz ehrlich: Wir wissen es nicht und k\u00f6nnen es auch gar nicht wissen! Das ist auch nicht schwer zu akzeptieren und in meiner Vorstellung nur die eine wirkliche Wahrheit.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p><strong>Erz\u00e4hlungen, Geschichten und Narrative<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Ein <strong>Narrativ<\/strong> ist eine sinnstiftende Erz\u00e4hlung, die das Weltbild einer Gruppe oder Kultur bestimmt. Dabei werden gesellschaftliche Ereignisse oder Ideen in Geschichten verpackt. Beispiele aus der Vergangenheit sind das Leitbild der Franz\u00f6sischen Revolution \u201eFreiheit, Gleichheit, Br\u00fcderlichkeit\u201c oder das amerikanische \u201evom Tellerw\u00e4scher zum Million\u00e4r\u201c. Narrative helfen also, sich gesellschaftlich zu orientieren und die Welt zu verstehen. Denn sie vermitteln ein Gemeinschaftsgef\u00fchl, positive Emotionen und Sinnhaftigkeit. Narrative beschreiben dabei nicht nur historische Fakten, sondern wirken auch auf der Gef\u00fchlsebene. Auch heutzutage beeinflussen verschiedene Narrative unsere Gesellschaft. Gerade in Zeiten der Unsicherheit suchen viele Menschen nach einfachen Narrativen. Das Wort an sich ist deshalb zu einem Modewort geworden und pr\u00e4gt auch die aktuelle Politik (aus Studyflix.de).<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Unter Geschichte als Ganzheit versteht man im Allgemeinen diejenigen Aspekte der Vergangenheit, derer Menschen gedenken und die sie deuten, um sich \u00fcber den Charakter zeitlichen Wandels und dessen Auswirkungen auf die eigene Gegenwart und Zukunft zu orientieren (aus Wikipedia.de). <strong>Geschichten<\/strong> sind also Erz\u00e4hlungen \u00fcber vergangene Ereignisse, die (fr\u00fcher nur) m\u00fcndlich und heute sowohl m\u00fcndlich, schriftlich und in Form von Audio oder Video weitergereicht werden (HpS).<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Eine <strong>Erz\u00e4hlung<\/strong> (lateinisch narratio) ist eine Form der Darstellung als Wiedergabe eines Geschehens in m\u00fcndlicher oder schriftlicher Form. Sowohl der Vorgang des Erz\u00e4hlens als auch dessen Ergebnis \u2013 eine Geschichte im Sinne der englischen Bezeichnung story \u2013 wird als Narration bezeichnet; mithin ist der Begriff der Narration prozess-\/produkt\u00e4quivok, worin sich Erz\u00e4hlung oder Narration mit Interpretation trifft, f\u00fcr die Gleiches gilt. Die Gesamtheit jener merkmalbildenden Eigenschaften, die einen Akt als Erz\u00e4hlen kennzeichnen, wird Narrativit\u00e4t genannt; sie ist quantifizierbar und hilft, zwischen Chronik, Historie und Erz\u00e4hlung zu unterscheiden. Sie besteht einerseits darin, dass Geschehnisse in einen mehr oder weniger bewertenden Bezug zu Zeit und Raum gesetzt werden oder diesen zeitr\u00e4umlichen Rahmen \u00fcberhaupt erst erzeugen (Chronotopologisierung), und andererseits darin, dass im Akt des Erz\u00e4hlens die Art und Weise des Erz\u00e4hlens sinnkonstitutiv ist f\u00fcr den Inhalt der Erz\u00e4hlung (aus Wikipedia.de).<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Rekapitulieren wir die oben genannten Definitionen und Beschreibungen in zusammenh\u00e4ngende und allgemein verstehbare S\u00e4tze:<br>Vergangene Ereignisse, die zu einem Gemeinschaftsgef\u00fchl beitragen k\u00f6nnen und die daher nicht vergessen werden sollten, werden in Geschichten verpackt und weitergereicht. Die Inhalte der Geschichten beruhen auf wahren Ereignissen und k\u00f6nnen sowohl als Anleitung als auch als Warnung verstanden werden. Beispiele sind die \u201eVorteile der Demokratie als Herrschaftssystem\u201c als Anleitung und das \u201eDritte Reich und seine Verbrechen\u201c als Warnung. W\u00e4hrend die Geschichte (als Wissenschaft) nur beschreibt, was wirklich geschehen ist, ist die Erz\u00e4hlung meist bereits ausgeschm\u00fcckt und so mit Fragmenten der Perspektive des Erz\u00e4hlers durchsetzt. Anders die Narration. Diese wird als Erz\u00e4hlung, die ebenfalls bereits perspektivisch belastet ist, in einen bewertenden Bezug zu Zeit und Raum (?, eher zum Lebensgef\u00fcge der Zuh\u00f6rer) gesetzt und soll so Sinn-stiftend wirken, was nichts anderes bedeutet als das sie eine bestimmte Meinung bzw. Haltung bzw. Sichtweise in den Vordergrund stellt und diese als allgemeing\u00fcltig zu etablieren sucht. In neuerer Zeit kommen aufgrund des mangelnden Unwillens und Unverst\u00e4ndnisses der Geschichte bei den Medien-Schaffenden mehr und mehr perspektivisch verunreinigte Erz\u00e4hlungen und zielgerichtete Narrationen sowohl in den Ver\u00f6ffentlichungen als auch in die Medien-Nachrichten vor. Weiterhin ist die Erfindung von L\u00fcgen-Nachrichten (Fake-News) und deren Verbreitung immer h\u00e4ufiger zu beobachten. Diese werden ebenfalls wie Narrationen gebraucht und zeigen nicht nur eine N\u00e4he zu <strong>Propaganda<\/strong>, sondern verhalten sich in der Wirkung nahezu deckungsgleich. Propaganda macht, das ist der kleine aber feine Unterschied in der Definition, jedoch nur der, der eine andere Meinung als der Zentral-Meinungsstrom (Mainstream) vertritt. Die so entstehenden Geschichts-L\u00fccken in der Bev\u00f6lkerung, die von den Medien unvollst\u00e4ndig und oft sogar nur meinungsbildend informiert wird, vergr\u00f6\u00dfern sich somit von Jahr zu Jahr und machen Demokratie, also die Herrschaft des Volkes \u00fcber sich selbst, nahezu unm\u00f6glich. Es fehlt im Volk das Wissen \u00fcber die wahren Ereignisse als Grundlage einer demokratischen Meinungsbildung des Souver\u00e4ns (Volk, B\u00fcrger).<\/p>\n\n\n\n<p>Es w\u00e4re also folgendes zu verstehen: In der heutigen Zeit mit perspektivisch einseitig ausgerichteten Medien, L\u00fcgennachrichten und Narrativen kann sich der Mensch als B\u00fcrger eigentlich keine wirklich begr\u00fcndete Meinung bilden, da ihm in nahezu allen Sparten Informationen vorenthalten werden und so die Grundlagen daf\u00fcr fehlen. Wie also der Ukraine-Konflikt, wie die Nahost-Krise mit Israel, Libanon, Jemen, Gaza und anderen Staaten der Region, das \u201eProblem China\/USA\/EU\u201c, das Problem einer richtigen Ern\u00e4hrung, einer vielversprechenden Geldanlage oder auch nur die Bewertung eines Filmangebots zu bewerten und entsprechend zu ber\u00fccksichtigen sind, k\u00f6nnen wir in Westeuropa als B\u00fcrger gar nicht mehr leisten. Was wir auffinden sind Werbung, Meinungen, Nachrichten, Geschichten und Narrative, ohne das diese Kategorien spezifiziert sind. Wir m\u00fcssen angesichts der oben beschriebenen L\u00fccken und Defizite daher zu dem Schluss kommen, \u201eNicht (mehr) wissen zu k\u00f6nnen\u201c. Wer also sich angesichts der offiziellen Nachrichten und dem Konsum von Haupt-Strom-Medien eine fundierte Meinung bilden m\u00f6chte, ist auf umfangreiche und zeitaufwendige Recherchen angewiesen. Das verlangt zus\u00e4tzlich das Studieren der von der Hauptstr\u00f6mung abweichenden, feindlichen, Quer-denkenden Medien samt deren Ver\u00f6ffentlichungen. Ohne diese Bereitschaft ist \u201eWissen-wollen\u201c und eine \u201eMeinung sich bilden k\u00f6nnen\u201c heute unm\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p><strong>Die gew\u00e4hlten <\/strong><strong>Methoden, Richtlinien und Verfahrensweisen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer sich als B\u00fcrger einer zivilisierten Gesellschaft in der Welt vorfindet und darin leben m\u00f6chte, wird zu jeder Zeit und Gelegenheit mit Problemstellungen der Form \u201eWie geht das?\u201c konfrontiert und findet in vielen Beschreibungen, Geschichten und Nachschlagewerken Methoden, Richtlinien und Verfahrensweisen vor, nach denen solcherlei Probleme gew\u00f6hnlich abgearbeitet werden k\u00f6nnen. Diese beruhen meist auf Erfahrungen, die in der Vergangenheit gemacht und \u00fcberliefert wurden <sup class='footnote'><a href='#fn-735-2' id='fnref-735-2' onclick='return fdfootnote_show(735)'>2<\/a><\/sup>, beruhen auf Konventionen, zu denen man sich aus Gr\u00fcnden der Funktionalit\u00e4t geeinigt hat <sup class='footnote'><a href='#fn-735-3' id='fnref-735-3' onclick='return fdfootnote_show(735)'>3<\/a><\/sup> oder beruhen auf Vorgehensweisen, die sich aus Narrativen und Weltsichten ableiten <sup class='footnote'><a href='#fn-735-4' id='fnref-735-4' onclick='return fdfootnote_show(735)'>4<\/a><\/sup>.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun beruht ja jede Interpretation der oben beschriebenen Beispiele nicht auf absolutem Wissen, sondern auf zumeist je einer Theorie, die zur Zeit als allgemein g\u00fcltig betrachtet wird. Wir fahren also auf einer Landstra\u00dfe nach der Regel in Deutschland rechts, ern\u00e4hrten uns meist nach deutschem Brauch (\u00dcberlieferung) und betrachten unsere ausl\u00e4ndischen Mitmenschen nach den Kategorien, die sich aus dem vorherrschenden Meinungsbild im Lande ableiten. Und wir wissen au\u00dferdem, das es L\u00e4nder gibt, in denen auf den Stra\u00dfen links gefahren wird, wissen, das sich Menschen anderer L\u00e4nder ganz anders ern\u00e4hren als wir und k\u00f6nnen auch tagt\u00e4glich nachlesen, das die Feindbilder anderer V\u00f6lker ganz andere sind als die unsrigen. Da liegt doch die Frage nahe, woher wir um alles in der Welt glauben, das unsere Methoden und Verfahrensweisen die richtigen, sind, das unsere Richtlinien f\u00fcr alle gelten sollen und das allein wir wissen, was gut, f\u00f6rderlich und richtig ist in dieser Welt. Ist es nicht eher so, das wir aus einer F\u00fclle der M\u00f6glichkeiten ausgew\u00e4hlt haben und das es bei der Entscheidungsfindung auch h\u00e4tte anders aussehen k\u00f6nnen. Sind aber diese vormaligen M\u00f6glichkeiten durch unsere Wahl deshalb bis auf die eine M\u00f6gliche zusammengeschrumpft? Ich denke nicht. Also ist doch wohl klar und eindeutig, das wir nicht wissen k\u00f6nnen, was allein und f\u00fcr alle g\u00fcltig die \u201erichtige Wahl\u201c ist. Warum glauben viele in unserem Land trotzdem zu wissen, was richtig ist? Ich verstehe es nicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Unbewusste<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Einige wissenschaftliche Disziplinen arbeiten mit dem Unbewussten, beziehungsweise mit der Existenz des Unbewussten als eine Form der Beschreibung von unerkl\u00e4rlichen psychischen Ph\u00e4nomenen und gehen dabei bis zu der Ansicht, das verschiedenste Psychosen und andere geistige Besonderheiten kausal auf unbewusste Anteile zur\u00fcckzuf\u00fchren seien. Nun ist diese Behauptung nicht nachweisbar, schon gar nicht in kausalem, also urs\u00e4chlichem Bezug. Erstens wei\u00df der betroffene Patient selbst nichts von seinem \u201eUnbewussten\u201c, das kann er auch gar nicht, denn es ist ja nicht bewusst. Zweitens kann auch der Arzt nicht ins Unbewusste seines Patienten hineinschauen, er schafft es ja nicht einmal das Bewusste seines Patienten zu durchschauen, denn, der kann ja viel erz\u00e4hlen, aber ganz und gar nichts davon beweisen. Das gilt wohl f\u00fcr alles Geistige, den das Prinzip Geist ist nicht greifbar, weshalb es ja auch Geist genannt wird. Was in einem Kopf vorgeht, kann nicht nachgewiesen werden, auch wenn Neurologen gerne Hirnpartien einordnen und behaupten, das diese spezielle Aufgaben haben. Menschen mit Hirnsch\u00e4den durch Krieg, Gewalt oder Unf\u00e4lle aber zeigen eindrucksvoll, das die Aufgaben der zerst\u00f6rten Teile durch andere Partien des Gehirns \u00fcbernommen werden k\u00f6nnen. Das Unbewusste kann daher auch keine Schublade sein, in der irgendetwas abgelegt werden kann. Und wie will dann der Arzt angesichts dieser Sachlage eine sichere Diagnose stellen und darauf eine Therapie aufbauen. Da sind doch der Auslegung, der Willk\u00fcr und Interpretation nicht nur T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet, sondern auch Behandlungen m\u00f6glich, die fernab des eigentlichen Problems stattfinden. Freuds eigener Argumentation zufolge ist das Unbewusste ein theoretischer Begriff, der zur Fundierung des gew\u00fcnschten Lehrgeb\u00e4udes und der Erm\u00f6glichung tieferer Erkl\u00e4rungen dient. Dieser kann daher gar nicht kausal gewertet werden. Wenn die Theorie nicht stimmen sollte, was viele Theorien immer wieder eingeholt hat, ist doch das ganze Lehrgeb\u00e4ude der Psychologie, wie es sich heute darstellt, obsolet. Super.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Dabei h\u00e4tte gerade die Situation, die zur Konzeption des Unbewussten f\u00fchrte &#8211; n\u00e4mlich dass wir bei vielen Handlungen keine rationale Struktur, keine ausdr\u00fccklichen Gedanken, keine plausible Zwecksetzung, keine dezidierten Vorstellungen finden k\u00f6nnen &#8211; einen v\u00f6llig anderen Schluss erlaubt: n\u00e4mlich, dass wir solcher Akte nur in ganz bestimmten F\u00e4llen bed\u00fcrfen. Das w\u00fcrde bedeuten: Dort, wo wir beim Handeln bewusst denken m\u00fcssen, haben wir es im Laufe der Zeit auch gelernt. Doch dort, wo wir keinen solchen separierten Bewusstseinsakt finden, existiert offenbar keiner, auch nicht im Verborgenen. Diese einfache Einsicht h\u00e4tte nicht zu der &#8222;Entdeckung&#8220; des Unbewussten gef\u00fchrt, sondern zu einer vertieften Kritik unserer Vorstellungen vom Geist, vom Wesen vern\u00fcnftiger und unvern\u00fcnftiger Handlungen. (Felix Annerl, e-Journal Philosophie der Psychologie)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p><strong>Der Tod und das Gewissen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das wir zur Zeit des Lesens hier leben ist uns bewusst. Gilt das aber auch \u00fcber die Zeit danach? Die Zeit danach, so die allgemein g\u00fcltige Erz\u00e4hlung, die nahezu in allen Kulturen kursiert, liegt zumeist nach einem gelungenen Leben in einem Paradies als Belohnung oder einer wie auch immer gearteten H\u00f6lle. Wie das auch immer genannt werden wird, ob das Paradies ein Garten, ein Fest oder ein Nirvana darstellt und die H\u00f6lle eine Bestrafung, eine Wiedergeburt oder ein Schattenreich sein soll, im Prinzip ist das alles in allen Religionen und Kulturen gleich aufgebaut: Halte dich an die Regeln, und es wird gut sein; verletzt du die Regeln, wird es schlecht werden. Hat sich jemals einer Gedanken gemacht, warum solche Vorstellungen entwickelt wurden und wem sie zu nutzen versprechen? Menschen leben in einem Geist der Erinnerungen, sind gestaltet nach dem, was sie erlebt, erarbeitet, erbeutet, erlitten oder erreicht haben. Das ist in Deutschland, einem reichen Land im Verh\u00e4ltnis zur Weltgesamtheit, meist sehr viel. Und Menschen wissen, das dieses Leben jetzt nur eine begrenzte Dauer haben wird und irgendwann enden wird. Und es ist tagt\u00e4glich zu beobachten, das alles Erreichte mit dem Tod zur\u00fcckgelassen wird. Im Schnitt werden also f\u00fcr jeden, um es einmal klar auszudr\u00fccken, 80 Jahre des Bem\u00fchens, des Sammeln und Hortens, mit einem Schlag hinf\u00e4llig. Und nat\u00fcrlich m\u00f6chte niemand nach dem Ableben in einer H\u00f6lle landen. Also halten sich die Menschen, zumindest die meisten davon, an die Regeln. Das Motiv daf\u00fcr ist wohl klar und deutlich mit dem Begriff \u201eAngst vor dem Tod\u201c beschrieben. Und die Funktion, die diese Angst zu erzeugen vermag ist wohl das, was allgemein als Gewissen bezeichnet wird. Es wird dich solange plagen und verwirren, bis der Regelversto\u00df zugegeben, geahndet und vergeben wird. So zumindest erz\u00e4hlt es das allgemeing\u00fcltige Narrativ. Im Grunde genommen baut das alles auf Vorstellungen auf, die \u00fcber den Tod erz\u00e4hlen. Nun ist diese Aussage nicht korrekt, da ein Erz\u00e4hlen nur \u00fcber etwas berichten kann, wor\u00fcber eine Erfahrung, ein Erleben vorliegt. Liegen aber \u00fcber den Tod und die Reise nach \u2026 irgendetwas Bekanntes vor? Ist es nicht eher so, das \u00fcber den Tod im Grunde nichts, aber auch wirklich gar nichts bekannt ist. Es existieren Glaubensvorstellung, Phantasien, Philosophien, Geschichten und Narrative \u00fcber eine wie immer geartete Reise durch den Tod, aber das alles sind geistige Ph\u00e4nomene und daher bar jeglicher kausal beweisbarer Tatsachen. Kurz gesagt: Wir wissen also nichts dar\u00fcber. Wor\u00fcber wir aber etwas wissen k\u00f6nnen sollten, ist, wer durch diese Vorstellungen einen Nutzen davontr\u00e4gt. Es sind in der Regel die Menschen, deren Gewissen bei nahe Null angesiedelt zu sein scheinen und die sich ein sch\u00f6nes Leben, ein Paradies schon hier auf Erden gestalten zu k\u00f6nnen glauben, und das meist zulasten der Gewissens-Besitzer. Und es sind nicht nur die Menschen, die gerne als Verbrecher bezeichnet werden, die das so handhaben. Es gibt weiterhin auch die, die sich durch ein \u00dcberma\u00df an \u201eguten Taten\u201c den garantierten Zugang zum Paradies zu erarbeiten suchen, was auch nicht immer einen Gewinn f\u00fcr die Allgemeinheit beinhaltet. Auch das beruht letztlich auf Angst, wirkt aber oft wie Gewissenlos. Es ist wohl doch immer das Ma\u00df, das auch f\u00fcr das Gewissen G\u00fcltigkeit besitzt. Und hier endet mein Gedanke, denn mehr dazu zu schreiben m\u00fcsste Namen beziehungsweise Berufsgruppen benennen und w\u00fcrde wohl von denen als Verleumdung angesehen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p><strong>Die Zeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Erst im 19. JH wurde das mechanische Uhrwerk zu einem Gebrauchsgegenstand, der in jedem Haus zur Grundausstattung geh\u00f6ren und den Menschen helfen sollte, Verz\u00f6gerungen, Wartezeiten und die Verschwendung von Zeit zu vermeiden. Und auch in der Wissenschaft generierte sich die mechanische Zeit zu einem Grundbaustein der Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten. Nehmen wir doch einfach einmal die wohl ber\u00fchmteste Formel der Neuzeit, die aussagt, das Energie \u00fcber die Multiplikation von Masse mit dem Quadrat der Lichtgeschwindigkeit definiert werden kann. Die mechanische Zeit ist dabei im Baustein Lichtgeschwindigkeit <sup class='footnote'><a href='#fn-735-5' id='fnref-735-5' onclick='return fdfootnote_show(735)'>5<\/a><\/sup> enthalten. Und nat\u00fcrlich gibt es f\u00fcr den Zeitmesser vielfache Verwendungsm\u00f6glichkeiten. Er erm\u00f6glicht die Verwendung von Terminen, erm\u00f6glicht P\u00fcnktlichkeit und sorgt f\u00fcr eine umfassende Planungssicherheit, was technische Dinge angeht, wobei auch die P\u00fcnktlichkeit nat\u00fcrlich unter diese Kategorie f\u00e4llt. Sie ist keine wie auch immer definierte \u201egute Eigenschaft\u201c eines zivilisierten Menschen, denn der Mensch an sich ist weder p\u00fcnktlich noch zivilisiert. Das Gegenteil ist eher richtig. Die Eigenschaften, die unter diese Definitionen fallen, sind doch eher als Hemmungsmechanismen des nat\u00fcrlichen menschlichen Verhaltens zu verstehen. Anders ausgedr\u00fcckt ist nat\u00fcrliches menschliches Verhalten ungehemmt und unzivilisiert, was urspr\u00fcnglich ja als \u201efrei von Hemmungen\u201c und daher allgemein als \u201estark\u201c angesehen wurde. Das ungehemmt agierende Mitglied einer Herdengemeinschaft, das sich r\u00fccksichtslos durchsetzt und den Schw\u00e4cheren seinen Willen aufzuzwingen vermochte, wurde damals gerne als Anf\u00fchrer angesehen und erfreute sich so in organisierten Gruppen auch oft der Beliebtheit durch die Mitglieder. Dieses Gef\u00fcge hat sich in weiten Teilen auch bis in unsere Neuzeit erhalten. Ich komme nach diesem kleinen Ausflug zur\u00fcck zum Thema. Was Zivilisation, Zusammenarbeit und eine Aufteilung der f\u00fcrs \u00dcberleben wichtigen T\u00e4tigkeiten innerhalb von Gruppen erm\u00f6glichte ist die Einf\u00fchrung der Zeit, die sich zun\u00e4chst in den Zyklen von Tag und Nacht und Sommer und Winterzeit bemessen lie\u00df, dann wurde der Tag in Sonnenst\u00e4nde und die Wetterwechsel in Jahren eingeteilt und dann kam die Erfindung der mechanischen Uhr, die eine sehr stark kontrollierbare Planungssicherheit durch die Starken der Gemeinschaft erm\u00f6glichte. Stark ausgepr\u00e4gt wurde diese Neuerung in der Einf\u00fchrung der Industriegesellschaft, die ihr pervertiertestes Ma\u00df in den Fertigungsstra\u00dfen der ersten Generation fand.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage, die hier zu stellen ist, um zur Thematik des Artikels zur\u00fcckzukehren, ist doch die, ob die Zeit ein nat\u00fcrliches und allgegenw\u00e4rtiges Ph\u00e4nomen oder ein ausschlie\u00dflich technisches Konstrukt ist, dem keinerlei nat\u00fcrliche Eigenschaften zukommen. Die Frage ist nur zu beantworten, wenn wir uns die extremen Enden der Zeitvorstellung anschauen. Diese sind auf der einen Seite ein Leben ohne Zeit im Rhythmus der nat\u00fcrlichen Zyklen, wie wir sie heute nur noch durch Filme zu kennen glauben, und der durchorganisierten Welt der Zukunftsvisionen, die ebenfalls nur Filmen entnommen werden k\u00f6nnen. Filme aber sind in aller Regel ausgeschm\u00fcckte und verdichtete Abbilder einer vorgestellten Welt. Sie sind wie Landkarten in Vergleich zu Landschaften. Und sind wir nicht gerade dabei, uns vom ersten Extrem, dem wir Millionen von Jahren erfolgreich gefolgt sind, innerhalb weniger JH ins andere Extrem zu bewegen, von dem wir (noch) keine wirkliche Vorstellungen haben k\u00f6nnen, da diese ja noch nie gelebt wurden und nur in der Vision bestehen? Also angesichts dieser Gedanken wird der Glaube an die Notwendigkeit einer mechanische Zeit als fester Baustein des Universums doch sehr fragw\u00fcrdig. Die Technik unserer Zeit orientiert sich an den Gegebenheiten unseres Sonnensystems. Bereits jedes andere System, jeder andere Planet w\u00fcrde andere Ergebnisse liefern m\u00fcssen. Kommen wir zu Kernfragen. Gibt es eine lineare Zeit nach dem Muster der Mechanik wirklich oder ist sie nur ein geistiges Hilfskonstrukt f\u00fcr die Organisation unserer Gesellschaftsformen? Das wir uns an Tagen und Jahreszeiten orientieren k\u00f6nnen ist sicherlich f\u00fcrs \u00dcberleben hilfreich. Das ist unbestritten. Aber muss Zeit wirklich eine so fein austarierte und genau konstruierte Schablone erzeugen, nach der ein Leben ausgerichtet sein muss. Und wo sind die fr\u00fcher erzwungenen Wartezeiten hingekommen, die doch immer eine Pause waren und Zeit zum Nachdenken bereitstellten, beim Arzt, beim Warten auf die F\u00e4hre, beim Warten auf die G\u00e4ste, die Freunde, auf die Briefantwort oder auf den Beginn einer erw\u00fcnschten Aktivit\u00e4t usw. Hat nicht jeder Mensch einen eigenen Rhythmus, der sich nicht in ein Normalma\u00df zw\u00e4ngen l\u00e4sst, ohne Sch\u00e4den zu hinterlassen? Sind Pausen heute nicht mehr wichtig?<\/p>\n\n\n\n<p>In meiner Vorstellung ist Zeit ein k\u00fcnstliches Konstrukt und bar jeglicher physikalischen Grundlagen. Mit anderen Worten: Es gibt sie nicht wirklich. Tage sind im Laufe einer Umkreisung der Sonne mit oft wechselnden Hell- und Dunkelphasen versehen. Sommer wie Winter sind selten einheitlich lang. Pflanzen bl\u00fchen und treiben aus, wenn das Wetter dazu geeignet erscheint. Nichts in der Natur ist exakt und f\u00fcr alle gleich geregelt. Ist es daher nicht ein Unding, das wir uns einer solchen Unnat\u00fcrlichkeit unterwerfen? Ein Leben misst sich nicht in Zeit, sondern in Dauer. Gleiches gilt f\u00fcr Wachsen und Ruhen, f\u00fcr Aktivit\u00e4t und Passivit\u00e4t, f\u00fcr Zeiten des M\u00fcssens und Wollens. Und Dauer ist niemals eingegrenzt, sondern flexibel und tr\u00e4gt immerzu die Form des Unbekannten. Wir wissen nicht, wie lange eine Lust dauert, wie lange ein Leben dauert oder wie bald wir m\u00fcde sind und schlafen m\u00fcssen? Wie lange wird ein S\u00e4ttigungsgef\u00fchl anhalten und wann bekommen wir wieder Durst? M\u00fcssen wir solcherlei wirklich so exakt planen und vorbestimmen? W\u00e4re eine Gesellschaft m\u00f6glich, wo Menschen in ihrem nat\u00fcrlichen Rhythmus leben k\u00f6nnen, wo sie arbeiten, wenn sie Kraft und Lust dazu haben, in der sie essen, wenn sie hungrig und schlafen, wenn sie m\u00fcde sind? Wir brauchen die Zeit im Bezug zu unseren technischen Errungenschaften und zur Organisation von gro\u00dfen Gemeinschaften. Sicherlich, aber: Das nat\u00fcrliche Leben bedarf der Zeit nicht. In ihr hat alles eine unbestimmte Dauer, und das w\u00fcrde wohl auch vollkommen gen\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Machen wir jetzt mal auf die Schnelle eine Zusammenfassung des oben Geschriebenen:<\/p>\n\n\n\n<p>Wir leben auf einem winzigen Planeten in einem unbedeutenden Sonnensystem irgendwo im Universum und schlie\u00dfen aus dem Wissen \u00fcber unser Sandkorn auf die Konstellation der ganzen W\u00fcste Sahara. Wir glauben an ein \u00fcbernat\u00fcrliches Wesen jenseits des f\u00fcr uns erfassbaren Horizonts in einer Parallelwelt namens Transzendenz. Wir halten uns f\u00fcr die Krone einer Sch\u00f6pfung, \u00fcber die wir nachweislich nichts wissen k\u00f6nnen und leiten daraus den Herrschaftsanspruch \u00fcber die Welt ab. Wir wissen nichts \u00fcber das Leben, die Materie und den Geist, haben aber klare Vorstellungen, wie selbige zu handhaben seien. Unser Wissen besteht aus Geschichten, die keine eindeutigen Wahrheiten abbilden k\u00f6nnen und trotzdem stellen wir dieses Unwissen niemals in Frage. Weiterhin haben wir Bereiche des Geistes (Unbewusstes) definiert, von denen wir nichts wissen k\u00f6nnen, aber arbeiten damit, glauben alles \u00fcber den Tod zu wissen und lassen uns gegen unsere nat\u00fcrliche Bed\u00fcrfnisse von einer technischen Zeit traktieren, die uns das Leben vermiest und die Gesundheit ruiniert. Und \u00fcber all das wollen wir weder diskutieren noch irgendetwas davon ernsthaft in Frage stellen. Sind wir also wirklich das h\u00f6chstentwickelte Lebewesen dieser Erde? Jeder Wurm im Kompost verh\u00e4lt sich doch intelligenter, denn: Dieser lebt strikt und frei nach seinen in ihm angelegten Bed\u00fcrfnissen. Er ist frei von Unwissen. Der Mensch aber lebt nach wie vor in einer geistig ummauerten H\u00f6hle wie die des Platon. Von Freiheit findet sich hier wie dort aber keine Spur. Daher glaube ich zumindest gerade jetzt, das&#8230;: <\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8230;ein Wissen denkt und redet, die Freiheit aber \u2026, die schweigt und lebt. (HpS)<\/strong><\/p>\n\n\n<div class='footnotes' id='footnotes-735'><div class='footnotedivider'><\/div><ol><li id='fn-735-1'> Univers hei\u00dft \u201agesamt\u2018, das hei\u00dft nach g\u00fcltiger wissenschaftlicher Definition (lt. Wikipedia.org) \u201edie Gesamtheit von Raum, Zeit, Materie und Energie darin.\u201c, wobei \u201adarin\u2018 Unsinn ist, impliziert doch \u201adarin\u2018 auch ein \u201adrau\u00dfen\u2018. Besser f\u00e4nde ich den Begriff \u201ealles-umfassend\u201c, wobei nach logischer Betrachtung dann Zeit und Raum keine Rolle spielen k\u00f6nnen. Zeit und Raum sind Begriffe, die eingrenzen, was bei \u201eunivers\u201c per Definition nicht sein kann. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-735-1'>&#8617;<\/a><\/span><\/li><li id='fn-735-2'> Beispiele: Anbaumethoden, Rezepte, Baupl\u00e4ne, Wahrscheinlichkeiten <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-735-2'>&#8617;<\/a><\/span><\/li><li id='fn-735-3'> Stra\u00dfen-Verkehrsordnung, Gesetze, Vorschriften <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-735-3'>&#8617;<\/a><\/span><\/li><li id='fn-735-4'> Beispiele: \u201eWer ist ein Feind?\u201c, \u201eWas ist normal?\u201c, Wer darf entscheiden?\u201c, \u201eWer darf besitzen?\u201c usw. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-735-4'>&#8617;<\/a><\/span><\/li><li id='fn-735-5'> E=m*c<sup>2<\/sup>; c=300000 km\/s; s: Sekunde <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-735-5'>&#8617;<\/a><\/span><\/li><\/ol><\/div><div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-bottom-right\"><a href=\"https:\/\/hpsperzel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F735&print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hpsperzel.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/hpsperzel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fposts%2F735&print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hpsperzel.de\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\" data-services=\"facebook\" data-url=\"https:\/\/hpsperzel.de\/?p=735\" data-timestamp=\"1712151472\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fhpsperzel.de%2F%3Fp%3D735&text=Unwissen%20und%20dessen%20Bezug%20zu%20Freiheit\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#000; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 24 24\"><path fill=\"#000\" d=\"M14.258 10.152L23.176 0h-2.113l-7.747 8.813L7.133 0H0l9.352 13.328L0 23.973h2.113l8.176-9.309 6.531 9.309h7.133zm-2.895 3.293l-.949-1.328L2.875 1.56h3.246l6.086 8.523.945 1.328 7.91 11.078h-3.246zm0 0\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fhpsperzel.de%2F%3Fp%3D735\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><span data-service=\"facebook\" style=\"color:#3b5998\" class=\"shariff-count shariff-hidezero\"><\/span>&nbsp;<\/a><\/li><\/ul><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn wir heute die Zeitungen und Medien aufschlagen werden wir immer mehr damit konfrontiert, das Viele meinen, das alleinige Wissen \u00fcber richtig und falsch zu besitzen. 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